Hatha Yoga in Stuttgart-Zuffenhausen – aktuelle Kurse & Termine

Hatha Yoga in der Seelenoase Stuttgart-Zuffenhausen – offene Stunden und Präventionskurs

Aktuell in der Seelenoase

Hatha Yoga am Donnerstag · 18:30–19:45 Uhr

Donnerstagabend ist in der Seelenoase Zeit für Hatha Yoga. Vor Beginn des nächsten Präventionskurses finden zwei offene Hatha-Yoga-Stunden statt. Anschließend beginnt der zehnwöchige Präventionskurs.

Die Stunden finden in Präsenz in der Seelenoase in Stuttgart-Zuffenhausen und gleichzeitig online statt. Bitte melde dich vor der Teilnahme an.

Offene Hatha-Yoga-Stunden

Vor Beginn des nächsten Präventionskurses finden zwei offene Hatha-Yoga-Stunden statt:

Donnerstag, 10. September 2026 · 18:30–19:45 Uhr
Donnerstag, 17. September 2026 · 18:30–19:45 Uhr

75 Minuten · 18,50 €

Die offenen Stunden bieten dir die Möglichkeit, Hatha Yoga und meine Art zu unterrichten kennenzulernen oder auch einfach an einer einzelnen Yogastunde teilzunehmen.

Offene Hatha-Yoga-Stunden finden grundsätzlich nur außerhalb eines laufenden Hatha-Yoga-Kurses und nach aktueller Ankündigung statt.

Hatha-Yoga-Präventionskurs

Der nächste Hatha-Yoga-Kurs beginnt am 24. September 2026.

24.09.–10.12.2026
donnerstags · 18:30–19:45 Uhr
10 × 75 Minuten · 165 €

Eine Ausnahme gibt es im November:
Die Kursstunde vom Donnerstag, 5. November, findet bereits am Mittwoch, 4. November 2026, statt.

Die erste Kursstunde kann auch zum Schnuppern besucht werden.

Der Kurs ist als ZPP-Präventionskurs zertifiziert. Eine Bezuschussung durch die Krankenkasse ist möglich; für diesen zertifizierten Kurs gilt dies bei Teilnahme in Präsenz.

Weitere offene Stunden

Nach Ende des Kurses sind – sofern es für mich zeitlich möglich ist – weitere offene Hatha-Yoga-Stunden geplant:

Donnerstag, 17. Dezember 2026 · 18:30–19:45 Uhr
Donnerstag, 7. Januar 2027 · 18:30–19:45 Uhr

75 Minuten · 18,50 €


Hatha Yoga – den eigenen Körper wirklich bewohnen

Was ist für mich eine richtig gute Hatha-Yoga-Stunde?

Vielleicht eine, in der ich einen besonders schwierigen Skorpion geschafft habe? Eine, in der ich besonders beweglich war oder eine anstrengende Abfolge gemeistert habe?

Nein.

Eine richtig gute Hatha-Yoga-Stunde ist für mich eine Stunde, in der ich meine Kraft gespürt habe.

Nicht unbedingt, weil ich besonders viel geleistet habe. Sondern weil ich meinen Körper wahrgenommen habe: seine Muskeln und Gelenke, seine Beweglichkeit und Stabilität, seine Lebendigkeit – und auch seine Grenzen.

Hatha Yoga lässt mich sehr unmittelbar erfahren, dass ich einen Körper habe. Einen materiellen, greifbaren Körper, der mich durch dieses Leben trägt.

Man könnte natürlich sagen: Aber wir leben doch ständig in unserem Körper. Wie könnten wir ihn nicht wahrnehmen?

Und hier möchte ich die Frage an dich zurückgeben:

Nimmst du wirklich wahr, was dein Körper für dich ist? Diesen Tempel, in dem du lebst?

Kraft und Entspannung – gleichzeitig

Eine Hatha-Asana braucht Kraft. Muskeln arbeiten, Gelenke und Knochen tragen und stabilisieren, der Körper hält eine Form.

Und trotzdem bedeutet Kraft für mich nicht, gegen meinen Körper anzukämpfen.

Wenn ich eine Asana eingenommen habe, darf ich irgendwann aufhören zu drücken. Ich atme. Ich spüre. Ich lasse dort weich werden, wo keine zusätzliche Spannung gebraucht wird.

Ich halte die Asana, aber ich spanne sie nicht an.

Das klingt zunächst vielleicht widersprüchlich. Natürlich braucht der Körper Muskelspannung, um eine Haltung einzunehmen. Aber innerlich fühlt es sich anders an als Kämpfen oder Erzwingen.

Die Kraft ist da. Und gleichzeitig darf Entspannung da sein.

Der Atem hilft mir dabei. Mit ihm kann ich tiefer in die Wahrnehmung meines Körpers gehen und immer wieder fragen: Wie fühlt sich diese Haltung gerade an? Wo brauche ich Kraft? Wo halte ich unnötig fest? Und wie weit möchte mein Körper heute überhaupt gehen?

Eine Grenze ist nicht unbedingt eine Mauer

Der Skorpion ist eine sehr anspruchsvolle Asana. In meinen normalen Hatha-Yoga-Stunden spielt er kaum eine Rolle; wer ihn sicher beherrscht, kann ihn gelegentlich als weiterführende Variante praktizieren.

Für mich selbst ist er aber ein schönes Beispiel dafür, wie ich mit meinen körperlichen Grenzen umgehe.

Wenn ich in den Skorpion gehe, mache ich das langsam und bedächtig. Zuerst frage ich mich: Ist mein Körper heute überhaupt bereit dafür?

Vielleicht brauche ich eine Wand. Vielleicht eine andere Unterstützung. Und vielleicht merke ich auch: Nein. Heute nicht.

Dann muss es nicht sein.

Wenn mein Körper bereit ist, taste ich mich weiter. Ich spüre die Grenze und nähere mich ihr vorsichtig – manchmal nur einen Millimeter.

Für mich ist es ein bisschen wie bei einem Luftballon: Bläst man ihn zu schnell und mit aller Kraft auf, kann er platzen. Gibt man ihm langsam mehr Raum, kann er sich behutsam ausdehnen.

So empfinde ich manchmal auch meine körperlichen Grenzen.

Und wenn dieses kleine Mehr möglich ist, entsteht für mich ein wunderbares Gefühl von Weite, Offenheit, Freiheit und Stärke.

Dafür muss allerdings niemand einen Skorpion können.

Ein anderer Mensch kann genau diese Erfahrung in einer ganz einfachen Asana machen. Denn es geht nicht darum, welche Haltung wir beherrschen.

Es geht darum, was wir darin wahrnehmen.

Und damit komme ich auch gleich zu einem wichtigen Thema beim Praktizieren von Yoga:

Deine Matte ist für dich allein

Das ist etwas, das mir auch in meinem Unterricht sehr wichtig ist.

Wenn du auf deiner Yogamatte praktizierst, spielt es keine Rolle, wie beweglich der Mensch rechts von dir ist oder was die Person links von dir kann.

Natürlich darfst du schauen. Vielleicht bekommst du eine Idee, Orientierung oder Motivation.

Aber daraus soll kein Leistungsdruck entstehen.

Denn niemand außer dir bewohnt deinen Körper.

Nur du kannst spüren, wie sich eine Haltung heute für dich anfühlt. Wo deine Grenze liegt. Ob noch ein wenig Raum vorhanden ist. Ob du Unterstützung brauchst oder ob dein Körper heute sagt: Bis hierher – und nicht weiter.

Deshalb dürfen Asanas angepasst werden. Blöcke, Kissen und andere Hilfsmittel gehören für mich selbstverständlich zur Praxis. Und manchmal kann es richtig sein, eine Übung nur teilweise oder sogar mental mitzumachen.

Diese Erfahrung musste ich während meiner eigenen Yogalehrerausbildung selbst machen.

Kurz vor einem intensiven Ausbildungsabschnitt bekam ich plötzlich starke Beschwerden in den Füßen und Händen. Zeitweise konnte ich meine Hände nicht einmal schmerzfrei flach auf dem Boden ablegen.

Ein herabschauender Hund – eigentlich eine ganz vertraute Haltung – wurde auf einmal schwierig.

Also musste ich entscheiden: Mache ich gar kein Yoga mehr? Oder finde ich heraus, wie Yoga mit diesem Körper gerade möglich ist?

Ich nahm Blöcke, veränderte die Position meiner Hände und begann auch andere Asanas anzupassen.

Die Beschwerden gingen in den folgenden Wochen weitgehend wieder zurück. Warum, weiß ich nicht. Aber die Erfahrung ist geblieben.

Sie hat mir gezeigt, wie kreativ eine Yogapraxis werden darf, wenn wir nicht versuchen, unseren Körper einer äußeren Form unterzuordnen.

Menschen üben Hatha Yoga in unterschiedlichen Varianten und mit Hilfsmitteln

Ein traditioneller Rahmen – und darin viel Freiheit

Mein Hatha-Yoga-Unterricht ist deutlich von der Tradition Swami Sivanandas geprägt. Ich habe in dieser Tradition gelernt und orientiere mich bis heute bewusst am Aufbau der traditionellen Rishikesh-Reihe.

Dieser Rahmen ist mir wichtig.

Und gleichzeitig darf innerhalb dieses Rahmens sehr viel entstehen.

Meine Stunden beginnen bereits mit dem Ankommen. Der Yogaraum darf ein Ort sein, an dem die Gespräche und Anforderungen des Alltags für eine Weile draußen bleiben. Deshalb öffne ich etwa 15 Minuten vor Beginn die Tür. Wer möchte, kann seine Matte vorbereiten, sich hinlegen, eine Decke nehmen – und einfach erst einmal da sein.

Die gemeinsame Praxis beginnt mit einer Anfangsentspannung und Atemwahrnehmung. Es folgen Om und Mantra, das jeweilige Thema der Stunde, Pranayama und anschließend die Asanapraxis. Später führen Wechselatmung und Endentspannung wieder stärker nach innen. Meditation, Fantasiereise, Mantra, Klang oder Stille können Teil davon sein.

Am Ende kehren wir ganz bewusst wieder zurück, bevor wir die Stunde gemeinsam abschließen.

Und obwohl der traditionelle körperliche Rahmen ähnlich bleiben kann, muss keine Stunde der anderen gleichen.

Denn allein unsere Aufmerksamkeit kann eine bekannte Asana verändern.

Vielleicht widmen wir uns heute besonders den Schultern. Ein anderes Mal den Füßen, Händen oder der Wirbelsäule. Vielleicht steht die Hüfte im Mittelpunkt, die innere Kraft, ein Chakra oder eine Affirmation.

Die äußere Haltung kann dieselbe sein.

Was wir darin entdecken, kann jedes Mal etwas anderes sein.

Was nimmst du wahr?

Für mich ist Yoga nicht ausschließlich eine körperliche Praxis.

Ich erlebe Yoga auch energetisch und spirituell. Ich kann beispielsweise Wärme oder Vibration wahrnehmen und erlebe die unterschiedlichen energetischen Qualitäten, die in der yogischen Tradition unter anderem mit den Chakren verbunden werden.

Aber meine Wahrnehmung muss nicht deine sein.

Deshalb ist mir im Unterricht weniger wichtig, dir zu sagen, was du fühlen sollst, als dich überhaupt zum Wahrnehmen einzuladen.

Vielleicht spürst du Wärme.

Vielleicht ein Kribbeln oder Vibrieren.

Vielleicht Schwere oder Leichtigkeit.

Vielleicht etwas völlig anderes.

Und vielleicht spürst du zunächst gar nichts Besonderes.

Auch das ist in Ordnung.

Yoga darf für mich einen Weg öffnen, über die äußere Bewegung immer feiner nach innen zu lauschen.

Frau sitzt nach der Yogapraxis in Meditation in einem warmen, ruhigen Raum

Körper und Geist gehören für mich zusammen

Der spirituelle Aspekt des Yoga hat mich schon sehr früh fasziniert.

Mit ungefähr 16 Jahren las ich Einweihung von Elisabeth Haich. Mich berührte besonders die Vorstellung, dass körperliche Yogapraxis auch Vorbereitung für einen inneren, geistigen Weg sein kann.

Etwa zwei Jahre später begann ich selbst mit Hatha Yoga – ganz unspektakulär in einem Krankenkassenkurs. Ich war damals in Ausbildung und hätte mir teure Yogastunden kaum leisten können.

Meine damalige Lehrerin Josephine habe ich bis heute in Erinnerung: einfühlsam und fast mütterlich – und gleichzeitig fordernd.

Viele Jahre später führte mein Weg wieder intensiver zum Yoga und schließlich 2023 in meine Yogalehrerausbildung.

Interessanterweise fuhr ich damals gar nicht mit dem großen Plan los, unbedingt Yogalehrerin werden zu wollen.

Ich wollte vor allem intensiv praktizieren.

Man könnte sagen: Intensiv-Yoga statt Urlaub.

Erst danach entstand der Gedanke: Eigentlich möchte ich das weitergeben.

Heute praktiziere ich meistens vier- bis fünfmal in der Woche. Nicht, weil ich noch irgendwo ankommen möchte.

Ich suche nicht. Ich praktiziere.

Ich merke, wie mein Körper sich danach anders anfühlt. Wie mein Geist sich verändert. Wie mein Tag eine andere Basis bekommt.

Und Spiritualität bedeutet für mich dabei nicht, meinen Körper irgendwann hinter mir zu lassen.

Wir leben jetzt in dieser materiellen Welt und in diesem Körper. Ohne ihn könnten wir dieses Leben nicht auf diese Weise erfahren.

Deshalb darf ich ihn ganz einnehmen.

Du darfst deinen Körper genießen und du darfst deine geistige Verbindung genießen. Das gehört zusammen.

Ich möchte Wegweiserin sein

Vielleicht beschreibt dieses Wort am besten, wie ich meine Aufgabe als Yogalehrerin verstehe.

Wegweiserin.

Ich möchte dir nicht sagen, welchen Weg du gehen musst.

Ich kann Möglichkeiten zeigen. Impulse geben. Eine Haltung erklären oder verändern. Dir vielleicht zwei oder drei Schritte lang die Hand reichen.

Aber irgendwann darfst du selbst spüren:

Was brauche ich?

Was fühlt sich für mich stimmig an?

Wo ist heute meine Grenze?

Und vielleicht müssen wir manches gar nicht vollkommen neu lernen.

Vielleicht dürfen wir wieder Zugang zu etwas bekommen, das bereits in uns vorhanden ist – zu unserer eigenen Wahrnehmung, unserer Körperweisheit und unserem inneren Wissen.

Vielleicht ist es kein neues Lernen. Es ist ein Erinnern.

Und dafür musst du weder besonders beweglich sein noch einen Kopfstand beherrschen.

Das Rad musst du auch nicht können. 😊

Du darfst auf deiner Matte mit dem Körper beginnen, der heute da ist.

Und ihm deine Aufmerksamkeit schenken.

Von Herzen
Nathalie · Ninaân