Die ersten Klaviertöne erklingen.
Ich stehe auf einer großen Bühne. Neben mir zwei Frauen, die ich erst vor wenigen Minuten kennengelernt habe, hinter uns ein großes Orchester und vor uns ein Konzertsaal voller Menschen.
Die Scheinwerfer leuchten so hell, dass ich vom Publikum kaum etwas erkennen kann. Nur die ersten Reihen sind zu sehen, dahinter liegt der Saal im Dunkeln. Doch dann gehen überall kleine Lichter an und verwandeln den Konzertsaal in einen wunderschönen Sternenhimmel.
Robert Emery sitzt am Flügel und beginnt, „We Are the World“ zu spielen. Eine meiner Mitsängerinnen stimmt die ersten Zeilen an. Gleich bin ich an der Reihe.
Ich höre die Musik, atme ein und beginne zu singen.
Und plötzlich ist da nur noch Freude.
Die Aufregung, die mich hinter der Bühne noch begleitet hat, ist wie weggeblasen. Ich höre die Stimmen neben mir, spüre die Musik und genieße diesen Augenblick. Drei Frauen mit ganz unterschiedlichen Stimmen, ein großes Orchester und so viele Menschen, die gemeinsam singen.
Wie bin ich eigentlich hierhergekommen?
Eigentlich wollte ich nur ein wunderschönes Konzert erleben
Am 20. Oktober 2026 besuchte ich gemeinsam mit meiner Familie und Freunden das Konzert „Kosmos und Orchester“ in Stuttgart.
Die Astrologin Silke Schäfer und der Musiker und Komponist Moritz Schneider begleiten mich mit ihren Arbeiten schon seit längerer Zeit. Ich schätze Silkes astrologische und spirituelle Betrachtungen und liebe die Musik von Moritz, die mich immer wieder berührt.
Schon im vergangenen Jahr hatten die beiden gemeinsam mit dem British Philharmonic Orchestra of London unter der Leitung von Robert Emery ein Konzert in Baden-Baden veranstaltet. 2026 wurde daraus eine Konzerttournee durch neun Städte, vom 10. bis zum 21. Oktober.
Als ich davon erfuhr, war für mich sofort klar: Da möchte ich unbedingt dabei sein! Etwa vier Monate vorher hatte ich bereits unsere Eintrittskarten gekauft.
Dass ich an diesem Abend selbst auf der Bühne stehen würde, hätte ich mir damals allerdings nicht träumen lassen.
Eine spontane Entscheidung
Einige Wochen vor dem Konzert erreichte mich eine überraschende Nachricht. Für jeden Konzertabend wurden drei Menschen gesucht, die gemeinsam mit den Musikern und dem Publikum „We Are the World“ singen möchten. Wer Lust hatte, konnte sich mit einem kurzen Video von etwa 30 Sekunden bewerben.
Ich musste nicht lange überlegen. Singen gehört schon seit meiner Kindheit zu meinem Leben. Früher habe ich in Chören und auch solistisch gesungen und bin mit anderen Musikern auf Konzertreisen gegangen. Heute singe ich unter anderem Mantras, in meinen Yogastunden und bei gemeinsamen musikalischen Begegnungen. Die Freude am Singen begleitet mich also bis heute.
Also nahm ich ein kleines Video auf und schickte meine Bewerbung ab. Einfach aus dem Bauch heraus.
Ein paar Tage vor dem Konzert erhielt ich tatsächlich eine E-Mail: Mehrere 100 Menschen hatten sich beworben, und ich gehörte zur engsten Auswahl!
Ob ich noch bereit wäre, mitzumachen?
Aber natürlich!
Die endgültige Entscheidung sollte erst während des Konzerts bekannt gegeben werden. Es blieb also spannend.
Hinter der Bühne
Als schließlich mein Name aufgerufen wurde, konnte ich es kaum glauben. Ich war tatsächlich eine der drei ausgewählten Frauen!
Wir wurden vor der Pause am Bühnenrand abgeholt und hinter die Bühne geführt. Dort begrüßte uns Moritz Schneider und erklärte, wie unser gemeinsamer Auftritt ablaufen würde. Auf einem Monitor sollten später der Liedtext und unsere jeweiligen Einsätze angezeigt werden.
Dann hatten wir ungefähr zehn Minuten Zeit, miteinander zu singen und „We Are the World“ ein wenig zu üben.
Währenddessen kamen auch Silke Schäfer, Robert Emery und die Solistin vorbei, die beim Konzert mitwirkte. Sie sang sogar ein bisschen mit uns. Wir lachten, sangen, machten gemeinsame Fotos und fühlten uns von Anfang an willkommen.
Eine richtige Probe im Konzertsaal gab es allerdings nicht. Wir hatten weder mit Mikrofonen noch mit dem Flügel oder dem Orchester geübt. Wer selbst schon einmal auf einer Bühne gesungen hat, weiß, wie wichtig solche Vorbereitungen normalerweise sind.
Diesmal sollte alles ganz spontan geschehen.
Drei Frauen, drei Stimmen und ein gemeinsamer Klang
Dann war es so weit. Wir standen hinter der Bühne und warteten, während Silke Schäfer und Robert Emery das Publikum auf das gemeinsame Lied vorbereiteten. Alle wurden eingeladen, beim Refrain mitzusingen und mit ihren Handylichtern einen Sternenhimmel entstehen zu lassen.
Schließlich wurden wir als die drei Solistinnen angekündigt.
Als Robert Emery am Flügel zu spielen begann und die erste Stimme erklang, war die anfängliche Aufregung erstaunlich schnell vergessen.
Unsere Stimmen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Eine meiner Mitsängerinnen hatte eine kräftige, warme Stimme, die andere sang mit einer tieferen, etwas rockigen Klangfarbe. Und ich brachte meinen feineren Sopran mit.
Wir wechselten uns ab, hörten einander zu und fanden immer mehr in die Musik hinein. Mit der Zeit wurde auch ich freier, ließ mich von der Musik tragen und begann stellenweise sogar, andere Harmonien zu singen.
Gegen Ende kam noch eine Sopranistin zu uns ans Mikrofon, um uns bei einer anspruchsvolleren Passage zu unterstützen. Eigentlich hatte sie vor, diesen Teil allein zu übernehmen. Aber wir drei waren inzwischen so begeistert dabei, dass wir einfach mitsangen.
Es war herrlich!
Und dann das Publikum! Überall leuchteten die kleinen Lichter, die Menschen sangen beim Refrain mit, jubelten und freuten sich mit uns.
Für einen Augenblick fühlte es sich an wie eine große Familie. Wir kannten uns nicht, und doch entstand ein wunderbares Gefühl von Zusammengehörigkeit.
„Wir sind viele“ – ein Gedanke, der verbindet
Silke Schäfer spricht seit vielen Jahren über die Zeit des Wandels, in der wir uns ihrer astrologischen und spirituellen Sichtweise nach befinden. Auch an diesem Konzertabend griff sie diesen Gedanken immer wieder auf.
Eine ihrer zentralen Botschaften lautet:
„Wir sind viele.“
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich Silke vor einigen Jahren durch eine ihrer Meditationen kennengelernt habe. Ihre Worte haben mich damals tief berührt und mich gerade in einer Zeit begleitet, in der vieles in unserer Gesellschaft von Unsicherheit und Gegensätzen geprägt war.
Wenn wir auf die Welt schauen, begegnen uns Kriege, Gewalt, Ungerechtigkeit und vieles, das uns traurig oder nachdenklich macht. Manchmal kann dabei das Gefühl entstehen, mit den eigenen Gedanken, Werten und Hoffnungen allein zu sein.
Doch immer wieder begegnen wir Menschen, die sich ebenso nach Frieden, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und einem achtsamen Miteinander sehnen.
Für mich bedeutet dieser Gedanke, dass jeder von uns auf seine eigene Weise Licht in die Welt bringen kann. Durch Mitgefühl, ein offenes Herz, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, füreinander da zu sein.
Wir müssen dafür nicht alle gleich sein. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen und seine ganz persönliche Sicht auf das Leben.
Und trotzdem gibt es so vieles, das uns verbindet.
An diesem Konzertabend durfte ich genau das erleben.
Manchmal dürfen wir uns einfach trauen
Als ich nach dem Auftritt wieder von der Bühne kam, war ich voller Freude und Glück. Am liebsten wäre ich sofort noch einmal hinaufgegangen, um weiterzusingen.
Dieses Erlebnis erinnerte mich an die früheren Auftritte und Konzertreisen und daran, wie erfüllend es für mich ist, gemeinsam mit anderen Musik zu gestalten.
Natürlich meldete sich hinterher auch mein kleiner innerer Kritiker. An manchen Stellen hätte ich vielleicht mutiger sein und meiner Stimme mehr Raum geben können.
Aber dann musste ich selbst darüber schmunzeln.
Wir waren drei Frauen aus dem Publikum, die sich erst kurz zuvor kennengelernt hatten und ohne gemeinsame Probe im Konzertsaal mit einem großen Orchester auf der Bühne standen.
Wir hatten uns einfach getraut!
Und wir hatten miteinander etwas geschaffen, das uns und hoffentlich auch viele Menschen im Publikum berührt hat.
Es musste nicht perfekt sein. Jede von uns durfte ihre eigene Stimme und ihre Freude am Singen einbringen.
Vielleicht liegt darin auch eine Botschaft, die über diesen Abend hinausgeht: Wir tragen alle Fähigkeiten, Wünsche und Träume in uns. Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls, eine spontane Entscheidung oder ein bisschen Mut, damit etwas davon lebendig werden darf.
Dafür müssen wir weder berühmt noch außergewöhnlich sein. Wir dürfen einfach wir selbst sein und das einbringen, was wir von Herzen gerne tun.
Wenn ich heute an diesen Abend zurückdenke, sehe ich wieder die vielen kleinen Lichter im Konzertsaal, höre die Musik und die Stimmen der Menschen, die gemeinsam singen.
Was mir bleibt, ist nicht nur die Erinnerung an einen wunderschönen Auftritt, sondern vor allem die Freude, die Herzlichkeit und dieses tiefe Gefühl von Verbundenheit.
Und die Dankbarkeit, dass ich ein Teil davon sein durfte.
Wir sind viele und gemeinsam bringen wir Licht in diese Welt.
✨ Erlebe diesen besonderen Augenblick mit mir –
hier kannst du meinen Bühnenauftritt bei „Kosmos und Orchester“ ansehen. ✨

